Es läßt sich leicht belegen: Bis in die jüngste Vergangenheit gab es nur im
christlichen "Kulturraum" Übergriffe auf Juden. Weder in Indien noch in
islamischen Ländern wurden die Juden jemals annähernd in der Art verfolgt
wie in den Ländern, in denen die christliche Kirche "segensreich"
gewirkt hatte. Es schien die Verfolgung derer, die man über lange
Jahrhunderte selbst zu Erzfeinden verteufelt hatte.
Das Christentum hätte das Judentum abgelöst. Wenn sich Juden
nicht zum Christentum bekehrten, dann wendeten sie sich vom
Sohn Gottes und damit von Gott selbst ab, sie mußten also vom
Teufel verführt sein: so die Logik der frühchristlichen Schreiber.
Der Schritt vom Vorwurf der Abkehr zum Vorwurf des
Gottesmordes war da nicht weit. Die Juden warteten auf einen
Messias, wenn sie ihn nicht anerkannten, behaupteten sie
damit, daß das Christentum auf einem Irrtum beruhte:
Es ist dieser unausgesprochene Vorwurf, der erklärt,
warum die Juden der Kirche über die Jahrtausende ein
Dorn im Auge blieben.
Man grenzte sie ab, verpflichtete sie per Konzilsbeschluß
zum Tragen besonderer Abzeichen, nahm ihnen
Sondersteuern ab, entrechtete sie, ließ sie gelegentlich
zwangstaufen - all das nur, um sie endlich zur "Umkehr",
zur Annahme des "wahren Glaubens" zu bewegen.
Das Elend, in dem die meisten Juden lebten, wurde dann
als "Beweis" für ihre "Verworfenheit" gedeutet; Elend,
das Christen zustieß, als "Beweis" für zu viel Geduld mit
den Juden gedeutet
Die Abschaffung von Demokratie und "Liberalismus" in Deutschland stand
völlig im Einklang mit Kirchenlehren, die beides zu Todsünden erklärt
hatten. Der Kampf gegen den "Sittenverfall", auch gegen die laxe Haltung
der Weimarer Republik gegenüber Homosexuellen, einte Klerus und
Nazipropagandisten. Den Ausschlag dürfte aber der gemeinsame Erzfeind,
der atheistische "Bolschewismus", gegeben haben: Der Krieg gegen die
UdSSR wurden kirchlicherseits laufend und vorbehaltlos öffentlich
gutgehießen.
Es gab noch vieles was im Namen der Kirche geschah
Hexenverbrennungen, Kreuzzüge usw.